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Vulva oder Vagina? Warum die richtigen Begriffe wichtig sind

  • Autorenbild: Tina Längle
    Tina Längle
  • vor 1 Tag
  • 2 Min. Lesezeit

Wir benennen ganz selbstverständlich unsere Nase, unsere Finger, unsere Knie oder unsere Ohren. Doch sobald es um die Genitalien geht, werden viele Menschen unsicher. Manche wissen nicht genau, welche Begriffe sie verwenden sollen, andere vermeiden das Thema ganz. Dabei gehören auch die Genitalien ganz selbstverständlich zu unserem Körper – genauso wie unsere Kniescheiben oder unsere Ohren.

Warum fällt es uns also so schwer, über sie zu sprechen?

Die Gründe dafür sind vielfältig. Vielleicht haben wir die anatomisch korrekten Begriffe nie gelernt oder sie wurden uns falsch vermittelt. Teilweise werden sogar im medizinischen Kontext noch ungenaue oder veraltete Bezeichnungen verwendet. Hinzu kommen Scham, gesellschaftliche Tabus und die Tatsache, dass über Genitalien oft nur wenig offen gesprochen wird.

Dabei ist Sprache weit mehr als nur Kommunikation. Sie beeinflusst, wie wir unseren Körper wahrnehmen, wie wir über ihn sprechen und wie selbstverständlich wir ihn als Teil von uns akzeptieren. Wer die richtigen Begriffe kennt, kann nicht nur besser mit Fachpersonen kommunizieren, sondern entwickelt häufig auch einen bewussteren und selbstverständlicheren Bezug zum eigenen Körper.

Mit diesem Blogbeitrag möchte ich etwas Klarheit schaffen und die wichtigsten Begriffe rund um die weibliche Genitalanatomie verständlich erklären.

Vagina, Vulva oder Vulvina?

Die Vagina bezeichnet den inneren Teil des Genitals. Sie ist ein dehnbarer, schlauchförmiger Muskelkanal, der von der Vaginalöffnung bis zum Muttermund reicht und die Verbindung zur Gebärmutter bildet.

Merkhilfe: VagIna mit „I“ wie Innen.

Die Vulva hingegen beschreibt den äußeren Teil des Genitals. Dazu gehören der Venushügel, die äußeren und inneren Vulvalippen, die Klitoris sowie die Öffnungen von Harnröhre und Vagina.

Merkhilfe: VulvA mit „A“ wie Außen.

Kurz zusammengefasst:

  • Vagina = innen

  • Vulva = außen

  • Vulvina = der gesamte Intimbereich, also Vulva und Vagina zusammen.

Der Begriff Vulvina ist übrigens kein anatomischer Fachbegriff, sondern wird in der Sexualpädagogik und Gesundheitsförderung zunehmend als Sammelbegriff für den gesamten Intimbereich verwendet.



Sprache ohne Scham

Wie tief Scham in unserer Sprache verankert ist, zeigt sich bereits in Begriffen wie Schamlippen, Schambein oder Schamhaare. Diese Wörter vermitteln unbewusst die Botschaft, dass an diesem Körperbereich etwas beschämend sei.

Deshalb lohnt es sich, bewusst wertfreie Begriffe zu verwenden. Statt Schamlippen kannst du beispielsweise Vulvalippen, Labien oder Geschlechtslippen sagen. Aus dem Schambein wird das Genitalbein, und statt Schamhaaren bieten sich Intimhaare oder Genitalhaare an.

Auch bei der Klitoris lohnt sich ein Blick auf unsere Sprache. Viele Menschen verwenden noch den Begriff Kitzler, weil sie ihn so gelernt haben. Heute wird jedoch häufiger von der Klitoris gesprochen. Dieser Begriff beschreibt das Organ anatomisch korrekt und macht deutlich, dass die Klitoris viel mehr ist als nur der von außen sichtbare Teil – der Großteil des Organs liegt im Inneren des Körpers.

Sprache entwickelt sich ständig weiter. Deshalb ist es ganz normal, Begriffe zu verwenden, die man früher gelernt hat. Gleichzeitig dürfen wir unser Wissen erweitern und unsere Sprache mitentwickeln.

Denn Sprache prägt unser Denken. Indem wir unsere Genitalien selbstverständlich und wertfrei benennen, tragen wir dazu bei, Scham abzubauen, Wissen zu vermitteln und einen liebevolleren Umgang mit unserem Körper zu fördern.

Genau dazu möchte ich mit diesem Blog beitragen.

Im nächsten Beitrag erfährst du, warum die Klitoris viel größer ist, als die meisten Menschen denken – und weshalb dieses Wissen so lange verborgen blieb.

 

 

 

 

 
 
 

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